Die Kunst der analogen Hochzeitsfotografie – Im Gespräch mit Doreen Schwarz

In einer digitalen Welt setzt Doreen Schwarz auf die Magie analoger Bilder. Mit jeder Aufnahme fängt sie einzigartige Momente ein – bewusst, entschleunigt und voller Emotionen. Warum sie diese Technik liebt und warum sich Hochzeitspaare dafür entscheiden, verrät sie im Interview.

In einer digitalen Welt setzt Doreen Schwarz auf die Magie analoger Bilder. Mit jeder Aufnahme fängt sie einzigartige Momente ein – bewusst, entschleunigt und voller Emotionen. Warum sie diese Technik liebt und warum sich Hochzeitspaare dafür entscheiden, verrät sie im Interview.

Hochzeitsszene unter freiem Himmel: Eine Braut in einem weißen Kleid mit Spitzenkragen sitzt neben ihrem Bräutigam, der einen dunklen Anzug trägt. Im Hintergrund verfolgen Hochzeitsgäste die feierliche Zeremonie unter schattigen Bäumen.Hochzeitsszene unter freiem Himmel: Eine Braut in einem weißen Kleid mit Spitzenkragen sitzt neben ihrem Bräutigam, der einen dunklen Anzug trägt. Im Hintergrund verfolgen Hochzeitsgäste die feierliche Zeremonie unter schattigen Bäumen.
Hochzeitsszene unter freiem Himmel: Eine Braut in einem weißen Kleid mit Spitzenkragen sitzt neben ihrem Bräutigam, der einen dunklen Anzug trägt. Im Hintergrund verfolgen Hochzeitsgäste die feierliche Zeremonie unter schattigen Bäumen.Hochzeitsszene unter freiem Himmel: Eine Braut in einem weißen Kleid mit Spitzenkragen sitzt neben ihrem Bräutigam, der einen dunklen Anzug trägt. Im Hintergrund verfolgen Hochzeitsgäste die feierliche Zeremonie unter schattigen Bäumen.
Minimalistisches Schwarz-Weiß-Bild einer lächelnden Frau, die locker auf dem Boden sitzt. Sie ist in Schwarz gekleidet und schaut direkt in die Kamera. Rechts daneben steht ein Zitat über Fotografie, das von Doreen Schwarz stammt.

Wertvoll, wie jeder einzelne Moment: So beschreibt die Fotografin Doreen Schwarz ihre analoge Fotografie. Sie sagt: „Analog zu fotografieren ist anders: Diese besondere Langsamkeit beruhigt, kein Bild wird kontrolliert, in der Shooting-Session geht es nur um den jetzigen Moment. Und um Dich.“ In ihrer Hochzeitsfotografie stehen im Kleinbildformat 36 Bilder zur Verfügung, im Mittelformat sind es zwölf Aufnahmen. Ihre Fotografie ist konzentriert. Zwei bis drei Kameras setzt sie dafür ein. Was diese bewusste Art des Fotografierens für ihre Arbeit bedeutet und welche besonderen Momente sie damit einfängt, das erzählt sie im Interview.

 

Wann bist du mit der analogen Fotografie gestartet?

Begonnen hat alles im Jahr 1998, als nur das analoge Filmmaterial zur Verfügung stand. Mein Vater ist sehr unerwartet verstorben, da war ich gerade 17. Ich war in Trauer und habe aber seine Kamera geerbt. Da habe ich mich gefragt, wie funktioniert das eigentlich mit dem Film einlegen und mit dem Fotografieren. Über Bücher und in Eigenregie habe ich mir das Fotografieren beigebracht. Das war der Start einer großen Liebe. Aus etwas sehr Traurigem ist etwas sehr Schönes entstanden.

 

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Was begeistert dich an der analogen Fotografie?

Die Fotografie kann so viel mehr sein als nur schöne Bilder zu machen. Es macht etwas mit dem Inneren. Sie bringt unheimliche Ruhe rein, diese Langsamkeit und das konzentrierte Arbeiten. Der Fokus liegt auf einer Sache. Wir leben in einer sehr schnelllebigen Welt. Bei der Analogfotografie ist das Gegenteil der Fall. Bei einem Film von 36 oder 12 Aufnahmen denkst du über jedes einzelne Bild nach. Das schafft Ruhe.

Romantische Outdoor-Trauung: Eine Braut in einem fließenden Kleid und ein Bräutigam im dunklen Anzug sitzen unter einem Baum, während die Hochzeitsgesellschaft zuschaut.
Hochzeitsfoto voller Emotionen: Die Braut mit elegant hochgesteckten Haaren lehnt ihre Stirn an den Bräutigam, während beide einen liebevollen Moment teilen.

Welche Kameras nutzt du am liebsten für deine analoge Fotografie?

Gestartet bin ich mit einer Zenit-Kamera, sowjetischen Ursprungs. Ich bin aber recht schnell bei einer Nikon gelandet und bin bis heute bei Nikon geblieben. Je nach Fokus fotografiere ich am liebsten mit der Nikon F3 oder F5. Zudem fotografiere ich mit der Hasselblad 500 CM.

 

Warum entscheiden sich einige Brautpaare bewusst für analoge Hochzeitsfotos entscheiden?

Wenn sich ein Paar für die analoge Hochzeitsfotografie entscheidet, dann meist, weil sie keine Lust auf tausende Bilder haben. Viele gehen durch die natürliche Begrenztheit des Filmmaterials davon aus, dass sich die Bilderflut in Grenzen halten wird. Ihnen würde es auch reichen, wenn sie von ihrem großen Tag nur ein Bild hätten. Ihr Fokus liegt auf dem Erleben des Tages mit ihren Gästen. Am liebsten wollen sie von dem Fotografieren gar nichts mitbekommen

 

Was ist dein Wunsch für die Zukunft?

Mein Traum ist es immer noch, am Gardasee oder in Venedig eine Hochzeit zu fotografieren.

 

Wie viele Hochzeiten hast du bisher fotografiert?

Über die letzten 25 Jahre sind ungefähr 80 Hochzeiten zusammengekommen. Die Hochzeitsfotografie ist nicht mein Hauptfokus in meiner selbständigen Tätigkeit als Fotografin und ich fotografiere jährlich nur sehr ausgewählt Hochzeiten. Daher kann ich sehr empfehlen, frühzeitig bei mir einen Termin anzufragen, wer sich analoge Hochzeitsfotos wünscht.

Eine Braut in einem schlichten weißen Kleid mit wehendem Schleier hält inne und berührt sanft ihr Gesicht, während sie in die Ferne blickt.
Eine Braut mit langem Schleier hält während der Trauung ein blondes Kind in den Armen. Die zarte Berührung zwischen beiden fängt einen berührenden Moment ein.

Hast du Tipps für Hochzeitspaare, die sich analog fotografieren lassen möchten?

Ein Tipp ist auf jeden Fall, die eigenen Erwartungen an eine analog fotografierte Hochzeit zu hinterfragen. Geht es um den Look, um die relativ wenigen Bilder oder etwas ganz anderes? Ich stelle im Vorgespräch gerne eine Frage: Wäre Eure Hochzeit auch dann perfekt, wenn Ihr von dem Tag nur EIN Bild hättet?  Diese Frage macht etwas mit dem Paar. Außerdem kann ich den Tipp geben, sich in der Planungsphase der Hochzeit Zeit zu nehmen, die Fotografin/den Fotografen besser kennenzulernen. Bestenfalls entsteht so ein wirkliches Vertrauensverhältnis, das sehr auf die Qualität der Bilder am Hochzeitstag einzahlt. Vertrautheit spürt man in den Fotos.

 

Wie unterscheidet sich deine Herangehensweise an ein analoges Shooting von einem digitalen? Welche Herausforderung bringt es mit sich?

Ich mache sehr viel Porträtfotografie und rede erstmal mit der Person. Es geht zunächst darum, sich kennenzulernen und eine schöne Atmosphäre zu schaffen. Dabei beobachte ich die Lichtverhältnisse, um beispielsweise harte Schatten im Gesicht zu umgehen. In der analogen Fotografie warte ich zehn Minuten länger mit den Fotos. Die Herausforderung ist es, das Material im Blick zu behalten ebenso wie die Lichtsituation. Bei einem Ringwechsel habe ich beispielsweise zwei Kameras über der Schulter, um genügend Fotomaterial zur Verfügung zu haben.

 

Kannst du dich an einen besonderen Moment erinnern, den du mit der analogen Fotografie eingefangen hast?

Ich habe zwei Monate lang in Kairo gelebt und dort eine Serie fotografiert über homosexuelle Ägypter. Ich hatte ein sehr gutes, warmes Gefühl bei der Entstehung der Fotos und wusste, das wird mein Bild.

 

Hattest du einen Lieblingsmoment während einer Hochzeit?

Oh, da gibt es viele! Ich mag es so sehr, wenn echte Momente passieren: Eine Mama, die während der Trauung ihr Baby stillt, ein Ehemann, der mehr Tränen vergießt als seine Frau und so viele weitere Momente…

Ein Brautpaar genießt einen stillen Moment in einem Feld aus hohem Gras. Die Braut trägt ein fließendes Kleid mit Spitzenkragen, während der Bräutigam ruhig an ihrer Seite steht.

Welcher Moment ist emotionaler, der Moment, in dem das Foto gemacht wurde oder der Moment, wenn das Hochzeitspaar die Bilder sieht?

Da kann ich mich fast nicht entscheiden … Beides ist sehr intensiv. Wenn ich mit dem Brautpaar beispielsweise die Paarbilder fotografiere, ist die Stimmung so intim und ruhig, einfach weil nur so wenige Fotos zum Fotografieren zur Verfügung stehen. Wenn das Paar eben diese Bilder dann einige Wochen später in den Händen hält, ist das wirklich Magie. Sie fühlen sich in den Moment zurückversetzt.

 

Gibt es Motive oder Situationen, die sich besonders für die analoge Fotografie eignen?

Ich liebe es, Menschen analog zu porträtieren, gerne in Schwarz-Weiß. Dabei entsteht Nähe. Auch auf Reisen nehme ich nur analoges Material mit. Es ist ein Loslassen von Kontrolle, da die Fotos erst im Nachhinein entstehen.

 

Wie beeinflusst das analoge Fotografieren deine Verbindung zu den Menschen, die du porträtierst?

Es ist eine ruhigere Atmosphäre, da niemand erwartet, dass er gucken könnte, wie das eben gemachte Bild aussieht. Es schafft mehr Vertrauen und wir sind vollständig in der Situation.

Porträt einer Braut mit filigranem Spitzenohrring und romantischer Hochsteckfrisur. Die weichen Lichtreflexe betonen ihre natürliche Ausstrahlung.
Elegante Hochzeitsfotografie: Die Braut mit filigranem Spitzenohrring sitzt mit ihrem Bräutigam in der Zeremonie, während ihr Schleier sanft über die Stuhllehne fällt.

Für wen ist die analoge Fotografie das Richtige?

Für Menschen, die eine Herausforderung suchen und das Gefühl von Aufregung spüren möchten, was die Digitalfotografie natürlich nicht liefern kann. Ich erlebe es in meinen Kursen, wie die Teilnehmer ihre Filmdosen öffnen und mit kindlicher Neugier bewundern. Ich freue mich jedes Mal genauso mit. Es ist etwas Verbindendes, diese Aufregung mitzuerleben.

 

Hast du Tipps für FotografInnen, die mit der analogen Fotografie beginnen möchten?

Dass sie geduldig mit sich selbst sind und bei einer Sache bleiben. Schaut nicht nach rechts oder links, was gerade andere machen. Welche Formen, Personen, welche Lichtstimmungen interessieren dich? Lege darauf deinen Fokus. Ich würde es zudem empfehlen, mit einer Kamera zehn Filme auszuprobieren und daraus lernen, was gut funktioniert hat und was nicht.

 

Wie lange ist der Prozess von der Fotografie bis zum fertigen Bild?

Nach dem Fotografieren auf Film kommt die Filmentwicklung. Die Schwarz-weiß-Filme entwickle ich selbst, die Farbfilme schicke ich zum Fachlabor, wo die Negative auch gleich gescannt werden. Die Paare erhalten dann alle gelungenen Bilder in einer Online-Galerie und können darüber auswählen, welche Bilder sie als haptischen Print auswählen möchten. Die SW-Bilder fertige ich dann per Hand in der Dunkelkammer auf hochwertigem Barytpapier an. Die Farbbilder werden auf qualitativ exzellentem Hahnemühle-Papier digital gedruckt. Alles in allem kann es durchaus vier Wochen dauern, bis das Paar die ersten Bilder zu Gesicht bekommt.

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Rückansicht eines Hochzeitspaares, das zur Zeremonie geht. Die Braut trägt ein fließendes Kleid mit langem Schleier, den zwei Blumenmädchen tragen.
Hochzeitsjubel: Der Bräutigam trägt seine Braut durch die Gäste, während sie klatschen und jubeln. Ihr Schleier und Kleid bewegen sich im Wind.

Welche Reaktionen bekommst du von Brautpaaren, wenn sie ihre analogen Hochzeitsbilder sehen?

Die emotionale Reaktion der Paare: Tränen, Freude und das erneute Durchleben des Hochzeitstages. Und eine besondere Wertschätzung einzelnen Bildern gegenüber, weil sie sich noch gut an das leise Klickgeräusch beim Auslösen der Kamera erinnern konnten.

 

Wie siehst du die Zukunft der analogen Fotografie in der Hochzeitsbranche? Gibt es einen wachsenden Trend?

Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Analogfotografie immer bleiben wird. Technisch ist heute dank der Digitalfotografie so vieles möglich. Und doch ist gerade diese Perfektion für viele ermüdend. Viele Menschen wünschen sich wieder eher das Unperfekte, weg von der Masse. Für genau diese Personen ist die Analogfotografie eine tolle Möglichkeit für einzigartige Bilder.

Doreen Schwarz ist Fotografin und bietet neben digitalen Bildern analoge Fotografie an.

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