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Das fragt sonst niemand: Hochzeits-Planerinnen sprechen Klartext – Teil 2

Auf der diesjährigen Monara Conference in München traf Redakteurin Ulrike auf viele super engagierte Hochzeitsplanerinnen. Im Gespräch berichteten diese von vielen heiklen Fragen, die sich Hochzeitspaare oft nicht zu stellen trauen. Wir haben sie gesammelt und dazu die passenden Antworten.

Auf der diesjährigen Monara Conference in München traf Redakteurin Ulrike auf viele super engagierte Hochzeitsplanerinnen. Im Gespräch berichteten diese von vielen heiklen Fragen, die sich Hochzeitspaare oft nicht zu stellen trauen. Wir haben sie gesammelt und dazu die passenden Antworten.

Lea Tamara Lutz und Fabienne Jürriens
Lea Tamara Lutz und Fabienne Jürriens Foto: @fine.wedding.lens

„Wie formulieren wir, dass wir keine Kinder auf der Hochzeit haben wollen?“

„Es ist eure Hochzeit und ihr dürft sie so gestalten, wie es sich für euch stimmig anfühlt. Hier ein wertschätzendes Formulierungsbeispiel: ‚Wir lieben eure Kleinen sehr. Genau deshalb planen wir unsere Hochzeit als entspannte Auszeit für alle und als Adults-Only-Event. So können wir gemeinsam unbeschwert feiern und den Tag voll und ganz genießen. Wir freuen uns auf euch!‘“

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„Müssen wir jedem Single-Gast eine Begleitung erlauben?“

„Entscheidend ist: Es gibt kein Muss, sondern nur das, was zu euch und eurer Feier passt. Gerade bei begrenztem Budget oder einer intimen Runde ist es völlig in Ordnung, Plus-Ones bewusst auszuwählen. Formuliert es klar und freundlich: ‚Wir haben uns entschieden, die Gästeliste bewusst klein zu halten und bitten um Verständnis, dass wir nicht jedem Gast eine Begleitung ermöglichen können.‘“

„Wie gehen wir damit um, wenn Eltern ungefragt Gäste einladen wollen?“

„Unsere Eltern sind manchmal so voller Vorfreude und Stolz, dass sie gern das halbe Dorf einladen würden. Aber auch hier gilt das oberste Gebot: Es ist eure Hochzeit und ihr entscheidet über die Gästeliste. Zeigt Verständnis für ihre Wünsche, bleibt aber klar in eurer Meinung. Eine wertschätzende Kommunikation hilft: ‚Wir wünschen uns eine persönliche Feier im engen Kreis und hoffen auf euer Verständnis, dass wir die Gästeliste bewusst klein halten.‘ So bleibt Euer Tag genauso, wie ihr ihn euch vorstellt.“

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„Wie formulieren wir diplomatisch, dass wir keine Begleitpersonen einladen möchten?“

„Wenn ihr keine Begleitpersonen einladen möchtet, kommuniziert dies transparent, ohne euch zu rechtfertigen. Ein möglicher Hinweis in der Einladung: ‚Wir freuen uns sehr, diesen besonderen Tag mit dir zu feiern und bitten um Verständnis, dass die Einladung ausschließlich für dich gilt.‘ So wird die Botschaft klar vermittelt, Missverständnisse werden vermieden und die Wertschätzung gegenüber dem Gast bleibt jederzeit erhalten.“

„Müssen wir alle zu unserer Hochzeit einladen?“

„Die Gästeliste ist oft das emotionalste Thema der Hochzeitsplanung. Macht euch als Paar klar: Welches Budget haben wir? Aber auch: Wie und mit wem möchten wir diesen Tag verbringen? Das ist euer Kompass. Nicht jede Tante dritten Grades und nicht jeder Arbeitskollege muss dabei sein. Eure Hochzeit ist kein Familientreffen aus Pflichtgefühl. Seid liebevoll, aber ehrlich, wenn die Plätze begrenzt sind. Wer zu euch und eurem Tag gehört, wisst nur ihr. Die meisten verstehen das besser, als man denkt.“

„Ist es unhöflich, Gäste nicht zur gesamten Hochzeit einzuladen, zum Beispiel nur zur Party?“

„Große Hochzeiten bestehen aus unterschiedlichen Momenten und nicht jeder Gast gehört automatisch zu jedem davon. In Ländern wie Großbritannien ist diese Struktur längst etabliert, während Deutschland hier noch aufholt. Entscheidend ist nicht, ob jemand ‚nur‘ zur Party eingeladen ist, sondern wie klar und selbstverständlich dies kommuniziert wird. Unklarheit wirkt unhöflich – nicht die Einladung selbst. Wer Gäste gezielt einlädt, gestaltet bewusst, statt auszuschließen.“

„Was tun, wenn die besten Freunde eine andere Vision für die eigene Hochzeit haben?“

„Jede Hochzeit ist ein Spiegel der eigenen Persönlichkeit. Mir ist wichtig, das Paar darin zu bestärken, seiner eigenen Vision treu zu bleiben. Gleichzeitig schaffe ich Raum für die Perspektiven der engsten Freunde, ohne dass diese den Rahmen vorgeben. Durch klare Kommunikation und eine fein abgestimmte Planung entsteht ein Konzept, das sich stimmig und authentisch anfühlt, sowie das Paar zu 100 % widerspiegelt.“

„Wie reagieren, wenn sich die Familie zu sehr einmischt und Druck macht?“

„Ich habe selbst erlebt, wie in meiner Familie Druck entstand, weil mein Mann und ich nach nur zehn Monaten heiraten wollten. Doch die Entscheidung zu heiraten – ebenso wie das Wie und Wo – liegt allein beim Paar. Mischt sich die Familie zu stark ein, wirft das schnell einen Schatten auf die Planung. Eine klare, respektvolle Haltung ist daher essenziell: So bleibt der Tag euer Moment und ihr werdet auch Jahre danach noch stolz darauf sein, für euch eingestanden zu sein.“

„Was machen wir, wenn sich bestimmte Gäste untereinander nicht verstehen?“

„Wenn sich Gäste untereinander nicht gut verstehen, ist das zunächst einmal ganz menschlich. Entscheidend ist, frühzeitig mit Feingefühl und Diskretion darauf zu reagieren. Eine durchdachte Sitzordnung ist dabei oft der wichtigste Hebel, um Spannungen gar nicht erst entstehen zu lassen. Auch ein klar strukturierter Ablauf gibt Orientierung und lenkt den Fokus auf die gemeinsamen, schönen Momente des Tages. Sollte es dennoch zu Unstimmigkeiten kommen, greife ich dezent im Hintergrund ein – ruhig, lösungsorientiert und ohne, dass das Brautpaar etwas davon mitbekommt.“

„Wie vermeiden wir lange Gratulationsschlangen nach der Trauung?»

„Für eine moderne und entspannte Hochzeit empfehle ich, Glückwünsche bewusst frei entstehen zu lassen und dies im Vorfeld kurz zu kommunizieren. So ergeben sich persönliche Begegnungen ganz natürlich im Laufe des Tages beim Anstoßen, in Gesprächen oder in ruhigen Momenten statt als fester Programmpunkt. Gerade dadurch entstehen oft die persönlichsten und wertvollsten Glückwünsche.“

„Sollen Kinder eingeladen werden – ja oder nein und wie kommuniziert man das?“

„Kinder können eine Hochzeit bereichern, bringen aber auch Unruhe mit, vor allem bei der Trauung oder stillen Momenten. Manche Paare entscheiden sich bewusst dagegen und das ist völlig ok. Wichtig ist, das klar und früh zu kommunizieren. Wenn Kinder dabei sind, empfehle ich ein Konzept mit Betreuung, Spielen und eigenem Bereich. So sind alle entspannt und der Ablauf bleibt wie geplant.“

„Ist es unhöflich, eine kinderfreie Hochzeit zu planen?“

„Ob Kinder auf der Hochzeit dabei sind, ist eine ganz bewusste Entscheidung des Brautpaares. Wichtig ist vor allem eine klare Kommunikation, zum Beispiel über die Einladung. Wer sich für eine kinderfreie Feier entscheidet, sollte wissen, dass dies für manche Gäste auch eine Absage bedeuten kann. Umgekehrt gilt: Werden Kinder eingeladen, sollte es für sie passende Angebote, wie eine Betreuung und eine eigene Kinderecke geben.“