Einblicke in emotionale Trauungen: Die schönsten Momente freier Trauungen
Freie Trauungen leben von Emotionen, persönlichen Geschichten und unvergesslichen Augenblicken. Ob Freudentränen, leise Rituale oder unerwartete Überraschungen – jede Trauzeremonie erzählt ihre ganz eigene Liebesgeschichte. Drei erfahrene Traurednerinnen teilen ihre Eindrücke aus der Praxis, berichten von besonders emotionalen Hochzeitsmomenten, geben wertvolle Tipps für die freie Trauung und zeigen, was eine Zeremonie wirklich einzigartig macht.
Freie Trauungen leben von Emotionen, persönlichen Geschichten und unvergesslichen Augenblicken. Ob Freudentränen, leise Rituale oder unerwartete Überraschungen – jede Trauzeremonie erzählt ihre ganz eigene Liebesgeschichte. Drei erfahrene Traurednerinnen teilen ihre Eindrücke aus der Praxis, berichten von besonders emotionalen Hochzeitsmomenten, geben wertvolle Tipps für die freie Trauung und zeigen, was eine Zeremonie wirklich einzigartig macht.
Freie Trauung mit Herz & persönlichen Ritualen: Warum Emotionen im Mittelpunkt stehen
Als erfahrene Traurednerin weiß Veronika Löcher, wie wichtig Nähe, Vertrauen und persönliche Rituale für eine gelungene freie Trauung sind. Im Interview erzählt sie von bewegenden Momenten, überraschenden Situationen während der Zeremonie und davon, warum echte Emotionen und kleine Details eine Trauung unvergesslich machen.
Welcher besondere Moment aus einer freien Trauung ist dir besonders in Erinnerung geblieben?
„Eines meiner Paare musste aufgrund von Corona ihre Hochzeit zweimal verschieben. Die beiden haben lange eine Fernbeziehung, Deutschland – Australien, geführt. Das Paar war so herzlich miteinander. Und da ist es mir tatsächlich dann in der Trauung passiert, dass ich vor Glück für die beiden doch ein paar Tränchen vergossen habe.“
Hast du einen Tipp, wie Brautpaare Nervosität vor der Trauzeremonie reduzieren können?
„Ich schaue mir, wenn es möglich ist, mit dem Hochzeitspaar gemeinsam vorher die Location an. Ich bin auch bis zum Schluss telefonisch erreichbar, selbst wenn die Braut schon beim Make-up sitzt. Und wenn der Bräutigam auf den Einzug der Braut wartet, dann rede ich locker mit ihm. Meistens entspannt sich das Paar nach dem Einzug sichtlich.“
Gibt es ein Hochzeitsritual in der freien Trauung, das du besonders gerne gestaltest?
„Gemeinsame Rituale, die die Gäste einbeziehen, bringen Emotionalität und Verbindung. Besonders schön finde ich es, wenn die Familie und/oder TrauzeugInnen miteingebunden werden. Wenn ihr zum Beispiel geplant habt eine Hochzeitskerze während der Trauung anzuzünden und dabei eure Liebsten mit nach vorne holt und teilhaben lasst. Toll fand ich auch ein Ritual mit selbstgebranntem Teeschnaps. Jeder bekam ein kleines Fläschchen mit dem selbstgebrannten Schnaps und nach dem Jawort wurde dann auf das frisch vermählte Paar angestoßen.“
Was begeistert dich persönlich an freien Trauungen und individuellen Zeremonien?
„Jede freie Trauung ist besonders und auf ihre eigene Art wunderschön. Allein schon durch die Kennenlern- und Liebesgeschichte und wie das Paar miteinander umgeht. Ich finde einen persönlichen Touch immer großartig, wenn sich Freundinnen und Freunde sowie Familie mit einer kleinen Rede einbringen oder mir ein paar Stories im Vorfeld erzählen.“
Gab es während einer Trauzeremonie schon einmal eine unerwartete Überraschung?
„Das Paar sagte im Vorgespräch, dass sie gern ein Eheversprechen in die Zeremonie einbinden möchten. Als dann am großen Tag der Ringwechsel und das Jawort erfolgten und ich sie auf ihr Eheversprechen hinwies, schauten sich beide kurz überrascht an und dann mich. Dann sagte die Braut nur: ‚Nein.‘ Ich stand etwas verdutzt da und sagte dann nur: „Dann dürft ihr eure Liebe jetzt mit einem Kuss besiegeln.“ Das Eheversprechen wurde im ganzen Vorbereitungsstress wohl vom Brautpaar einfach vergessen.“
Unsere Expertin
Veronika Löcher
www.freie-trauung-hochzeit-ehe-jubilaeum-taufe.de
@freie.trauung.veronika
Wenn Kinder, Erinnerungen und Unwetter die Trauung prägen: Echte Momente einer freien Trauung
Traurednerin Nina Richert berichtet von freien Trauungen, die durch ungeplante Ereignisse, starke Erinnerungen und ehrliche Gefühle geprägt wurden. Ob berührende Kinderworte, emotionale Rituale oder plötzliches Unwetter – ihre Erfahrungen zeigen, warum Authentizität und Bauchgefühl bei der Trauzeremonie entscheidend sind.
Echte Geschichten. Echte Emotionen.

Gab es ein besonderes Highlight während einer freien Trauung, das dir im Gedächtnis geblieben ist?
„Ich bin immer wieder berührt davon, dass Hochzeiten mit der Tiefe der Gefühle so unterschiedliche Menschen gleichzeitig bewegt. Quer durch alle Generationen, Kulturen und sozialen Verhaftungen. Bei einer Zeremonie war der sechsjährige Sohn des Paares und Freunde von ihm dabei. Die Jungs tobten vor Beginn der Zeremonie herum, nachdem ich aber den Einzug der Braut angekündigt hatte, wurden sie ganz ruhig. Die Braut kam auf uns zu und der Sohn platzte vor Liebe und Stolz. “Boah, Mama, du bist soooo schön!” Aus tiefster Kinderseele laut in die Runde gerufen. Nach der Trauung verkündete der Sohn: ‚So. Jetzt muss ich wirklich dringend pieseln!‘ Fünf kleine Jungs standen auf, gingen zum großen Baum direkt in Blickrichtung hinter dem Traubogen und beregneten ihn in größter Ungezwungenheit. Das war einfach so unfassbar echt, süß und ungezwungen.“
Welchen wichtigen Tipp gibst du Paaren für die Planung ihrer freien Trauung?
„Vertraut eurem Bauchgefühl bei der Wahl der Dienstleistenden. Instagram zeigt oft nur eine Fassade und die perfekten Endergebnisse. Erst im direkten Gespräch stellt man fest, ob es wirklich passt. Deshalb bleibt euch selbst treu und sagt immer offen und ehrlich, was ihr möchtet und was nicht. Wir werden in den sozialen Medien mit einer schier endlosen Masse an Möglichkeiten geflutet, oft entsteht das Gefühl, dass eine Freie Trauung nur dann so toll und gut wird, wenn alles, was möglich ist, auch umgesetzt wird. Denn alle machen das ja so, das wird schon richtig sein. Allerdings wird eine Zeremonie erst dann authentisch, wenn das, was geschieht aus voller Überzeugung gewählt wurde.“
Hast du ein Lieblingsritual oder einen besonderen Moment während der Trauzeremonie?
„Kein klassisches Ritual, aber ich mache gern eine kleine Pause während der Zeremonie. Der Tag ist für alle so aufregend, dass ich oft während der Zeremonie für die Dauer eines Liedes die Aktivität rausnehme. Wir hören diesen einen Song, sonst geschieht nichts. Ich lade Gäste und Paar ganz explizit ein, bei diesem Lied die Gedanken schweifen zu lassen, zur Ruhe zu kommen, durchzuatmen.“
Welcher Moment während einer Hochzeit hat dich emotional besonders berührt?
„Vor einigen Jahren hatte ich eine Braut, deren Bruder im heutigen Spa- und Hotel Immenhof arbeitet. Mit meiner Mutter habe ich in der Kindheit immer ‚Ferien auf Immenhof‘ geschaut und zum Einschlafen hat sie mir oft die Lieder aus dem Film vorgesungen, das war unser Ding. Sie war zum Zeitpunkt der Hochzeit schon verstorben. Das Paar pflanzte einen Apfelbaum während der Zeremonie und die Gäste brachten dafür Erde mit. Der Bruder hatte zwei Gläser mit Erde vom Immenhof dabei. Eines öffnete er. Das zweite übergab er der Braut, sie drückte mir die Erde in die Hand und nahm mich in den Arm. ‚Für dich, für deine Mama.‘ Selten war ich so kurz davor, meine professionelle Haltung zu verlieren. Ich bin nach der Trauung zum Friedhof, die Hälfte der Erde liegt nun auf dem Grab meiner Eltern, die andere bei mir auf meinem Feigenbaum.
Sicher sticht auch die Trauung meines Bruders und seiner Frau heraus. 2012 habe die ich beiden verheiratet. Es war meine erste Freie Trauung, ich war in der Doppelrolle als Rednerin uns großer Schwester berührt. Hinzu kam, dass zu diesem Zeitpunkt meiner Mutter seit 4 Jahre nicht mehr lebte und ich uns alle unbedingt ganz achtsam durch diesen Zwiespalt führen wollte. Feiern und Freude, ohne unsere Mutter zu verdrängen oder die Trauer überhand nehmen zu lassen. Das war viel und hat mich geprägt, mir meiner jeweiligen Rolle und Aufgabe sehr bewusst zu sein und mit allen Emotionen, die auftauchen können, achtsam und sorgsam umzugehen.“
Ist bei einer Trauzeremonie schon einmal etwas schiefgelaufen – und wie bist du damit umgegangen?
„Die Zeremonie fand geplant unter einem großen Stretch-Zelt auf einer runden Plattform statt. Unter der Plattform plätscherte malerisch aus einem Wäldchen ein Bach direkt in einen See – einfach traumhaft. Angekündigt war etwas Regen am Abend. Während der Zeremonie brach binnen zehn Minuten ein Unwetter über uns herein. Böen trieben den Regen waagerecht durch das Zelt, Blitze und Donner kamen hinzu. Die Brücke als Zugang zum Zelt wurde überschwemmt. Es brach kurze Unruhe aus. Mein Hinweis, dass wir auf einer Holzplattform nicht durch Blitze gefährdet seien, nahm aber die Anspannung aus der Situation. Wir rückten eng in die Mitte des Zeltes zusammen, stellten uns rings um das Paar, das sich buchstäblich im Schutz der Lieben das Jawort gab. Es war auf jeden Fall anders als ursprünglich geplant, aber so unglaublich schön und innig.“
Tipps von Nina
- Aufgaben delegieren: Können die TrauzeugInnen ein paar Entscheidungen übernehmen oder die Ansprechperson für zum Beispiel die Fragen der Gäste sein?
- Am Abend der Hochzeit ist Schluss mit der Planung: es geht nicht darum, einen Plan perfekt zu erfüllen, sondern um das Leben, die Liebe zu feiern.
- Essen und Trinken nicht vergessen: achtet auf euren Kreislauf, auch wenn ihr keine Zeit für ein großes Frühstückt habt, ein Snack geht immer.
Eheversprechen, Tränen & Authentizität: Was freie Trauungen so berührend macht
Seit vielen Jahren begleitet Sylvia Rill Paare als freie Traurednerin durch ihre Hochzeitszeremonien. Im Interview spricht sie über die Kraft persönlicher Eheversprechen, den bewussten Umgang mit Emotionen und darüber, weshalb weniger Programmpunkte oft mehr Raum für echte Gefühle schaffen.
Welcher Moment während einer freien Trauung war für dich besonders bewegend?
„In den bald zehn Jahren, in denen ich Hochzeiten als freie Traurednerin begleite, habe ich viele bewegende Momente erlebt. Besonders schön sind für mich die persönlich gesprochenen Eheversprechen. Am meisten berührt es mich, wenn das Paar dabei ganz bei sich ist, echt und ehrlich die eigenen Gefühle ausdrückt.“
Welchen Rat gibst du Paaren, die eine freie Trauung planen?
„Mein erster Tipp: Sucht euch eine erfahrene Traurednerin oder einen erfahrenen Trauredner, der euch durch den Prozess begleitet. Ein weiterer wichtiger Ratschlag lautet: Weniger ist oft mehr. Es braucht nicht unzählige Lieder oder Rituale, um eine schöne Trauung zu gestalten. Lieder, die euch etwas bedeuten und Rituale, in denen ihr euch wiederfindet, rahmen eure Liebesgeschichte auf authentische Weise ein.“
Gibt es ein Hochzeitsritual, das du besonders gerne in Trauzeremonien einbindest?
„Oft baue ich bekannte Rituale so um, dass sie die Individualität des Paares widerspiegeln.Zwei Gartenliebhaberinnen zum Beispiel bekamen statt der klassischen Sandzeremonie ein Ritual mit Erde, bei Kletterern wird ein Karabiner ins ‚Tying-the-Knot‘-Ritual eingebunden. Ich sage aber auch immer: es braucht kein ausgefallenes Ritual für eine gelungene freie Trauung. Manchmal reicht ein Klassiker wie der Ringtausch vollkommen aus.“
Was hat dich bei einer Hochzeit emotional besonders berührt?
„Ein Bräutigam überraschte mich besonders: Während der gesamten Vorbereitung wirkte er taff, bestimmt, sachlich – vielleicht sogar etwas reserviert. Doch während der Trauung ließ er los und zeigte seine pure Liebe. Er spielte nicht den starken Mann, sondern ließ auch seine Tränen zu. Seine Worte beim Eheversprechen waren vielleicht nicht für alle verständlich, aber das war auch gar nicht nötig – die Emotion sprach für sich und alle Anwesenden spürten sie.“
Wie gehst du damit um, wenn während einer freien Trauung etwas Ungeplantes passiert?
„Eine Braut war so aufgeregt, dass sie ständig dazwischen plapperte und fast jeden Satz kommentierte. Aus meinem Monolog über das Kennenlernen und die Liebesgeschichte wurde ein lustiges Miteinander. Beim eigentlichen Trauungsakt konnte ich die Regie wieder übernehmen und es war letztlich eine der persönlichsten und lustigsten Hochzeiten, die ich je erlebt habe.“
Tipp von Sylvia
„Ich gebe meinen Paar gerne Fragekarten mit. Die können sie dann gemeinsam bei einem gemütlichen Abend beantworten. Da geht es vom ersten Eindruck beim Kennenlernen über den Moment, in dem sie zum ersten Mal jemanden von dem anderen erzählt haben, bis hin zu Zukunftswünschen. Welche Antworten sie mit mir teilen, bleibt den Paaren überlassen. Ich finde es einfach schön, sich vor dem großen Tag nochmal Zeit für sich und die eigene Geschichte zu nehmen.“