Interview mit Caterina Pelosato Bieg 

Caterina Pelosato Bieg (52) weiss viel übers Heiraten in der Schweiz. Sie organisiert seit 2006 Hochzeitsfeste, bildet angehende Hochzeitplanerinnen und -planer aus und verantwortet einen Wedding-Podcast. Sie ist außerdem die Gründerin von Wedding à la carte. Wir haben mir ihr über aktuelle Trends gesprochen.

„Spricht über eure Erwartungen“

„Langsam zeichnet sich die Renaissance einer gewissen Eleganz ab, während sich traditionelle Rituale wandeln und das klassische Eheversprechen an Bedeutung verliert. Fotos mit Blurry-Effekt gewinnen an Beliebtheit – das sind leicht verschwommene Momentaufnahmen – erweiterte Apéros nehmen ab, und Destination Weddings stehen weiterhin hoch im Kurs. Ich stelle ausserdem fest, dass die Hochzeitsdienstleistungen in der Schweiz etwas teurer geworden sind – wie alles andere auch. Derzeit gibt es zahlreiche kleine Trends jedoch keine Hypes wie etwa das Pampasgras beziehungsweise der Boho-Stil vor ein paar Jahren.

Was bedeutet das für die heiratswilligen Paare?

„Die Herausforderung besteht für Hochzeitspaare wie auch für Hochzeitsplanerinnen und -planer darin, mit begrenztem Budget kreative Ideen zu entwickeln. Aufgrund einer Übersättigung am Markt und vielleicht auch dem unbeständigen Weltgeschehen geschuldet, erlebe ich viele Paare etwas verunsichert darüber, wie sie heiraten wollen. Zum Teil liegt das aber auch an ihrer Vorgehensweise.”

Was läuft da schief?

„Ich erlebe immer wieder, dass sich Paare Locations und anderes ansehen, bevor das Grundlegende geklärt ist: zum Beispiel das Budget und was einem wirklich wichtig ist. Dazu ist es nötig, sich gemeinsam hinzusetzen und sich gegenseitig zu kommunizieren, was die Partner für Vorstellungen von ihrer Hochzeit haben. Ebenso wichtig ist die Klärung und Aussprache der gegenseitigen Erwartungen.”

Wie äussern sich diese?

„Ich mache ein Beispiel: Frauen können sich stundenlang darüber den Kopf zerbrechen, ob die Servietten Rosa- oder Yvory-farbig sein sollen und erwarten, dass sich ihre Partner der Frage mit derselben Intensität widmen. Männer sind hingegen sehr pragmatisch. Obwohl ihnen die Farbe in der Regel nicht wichtig ist, heisst das nicht, dass ihnen die Hochzeit egal ist. Sie ticken einfach anders, und das ist gut so. Dieses Vorgehen zieht sich durch alle Themen und mündet meist in schlechte Stimmung. Dasselbe gilt übrigens für gleichgeschlechtliche Paare, dort erlebe ich das auch. Die Organisation einer Hochzeit ist ein grosses Projekt. Entsprechend wichtig ist es, gut zu kommunizieren, Planungsmethoden anzuwenden und sich Notizen zu machen.”

Weitere Infos:

www.wedding-alacarte.com