Wie sag' ich's meinen Gästen?

1. Ich möchte Onkel Klaus nicht einladen…
Sie präsentieren Ihre Gästeliste stolz Ihren Eltern. Die stellen sofort fest, dass noch ein paar Leute fehlen… Zum Beispiel Onkel Klaus („Wir waren schließlich auch auf der Hochzeit seiner Tochter eingeladen.“)
Tipp: Cool bleiben! Erkären Sie Ihrer Familie und all jenen, die umsonst auf eine Einladung von Ihnen hoffen, so früh wie möglich, welche Größenordnung Sie sich für Ihre Hochzeit vorstellen. Und dass Sie nur Gäste einladen möchten, zu denen Sie eine besonders enge Beziehung haben. Ein Kompromiss, wenn Sie beim Selektieren niemanden unglücklich machen wollen: Laden Sie alle, die nicht zur Feier kommen, zum Sektempfang oder Polterabend.

2. Dürfen wir Gäste auch nachträglich einladen?
Von den eingeladenen Gästen haben schon zehn abgesagt. Und Sie sehen sich im Geiste in einem leergefegten Festsaal stehen. Doch Sie haben ja noch ein paar Einladungskarten übrig…
Tipp: Eine Back-List erstellen und ein paar Leute nachträglich einladen? Hier ist Fingerspitzengefühl gefordert! Sollte sich Ihre Festgesellschaft durch Absagen zu sehr reduzieren, suchen Sie vor dem Verschicken der Karten das Gespräch. Achten Sie unbedingt darauf, den Nachzüglern nicht das Gefühl zu geben, nur ein Notnagel zu sein!

3. Lasst die Give-aways noch leben!
Kleine Kekse, hübsch verpackte Bonbons oder Macarons runden als i-Tüpfelchen die Hochzeits-Deko ab. Doch kaum haben alle Gäste Platz genommen, ist von der Pracht nur noch die Verpackung übrig?
Tipp: Wenn Sie nicht möchten, dass alle Give-aways sofort verputzt werden, haben Sie drei Möglichkeiten: 1. Die Give-aways so aufwändig verpacken, dass sie deutlich nach einem Präsent aussehen. 2. Ein offenes Wort: Begrüßen Sie Ihre Gäste zum Beispiel mit Worten wie „An jedem Platz liegt eine kleine Erinnerung an unsere Hochzeit bereit. Die dürft ihr später gern mit nach Hause nehmen.“ 3. Give-aways auswählen, die man nicht sofort vernaschen kann. Zum Beispiel kleine Gläschen mit Marmelade.

4. Wer stürmt als Erster das Büfett?
Sie haben gerade Ihre Hochzeitsrede vollendet und sprechen die magischen Worte „Das Büfett ist eröffnet.“ Schon sprintet Onkel Kalle los und bedient sich als Erster.
Tipp: Wenn Sie Befürchtungen haben, dass Ihre Gäste nicht an sich halten können, beschließen Sie Ihre Begrüßungsrede mit unmissverständlichen Formulierungen wie „Und jetzt eröffnen wir für euch das Büfett.“ Oder Sie entscheiden sich für ein serviertes Menü am Platz. Dann können alle Gäste gleichzeitig mit dem Essen beginnen.

5. Spieglein, Spieglein an der Wand… 
In Ihrem Brautkleid fühlen Sie sich wie der Star des Tages – bis Ihre Cousine in einer knallroten, hochgeschlitzten Robe hereinstöckelt.
Tipp: Ruhe bewahren. Sie sind die Braut und Sie sind die Schönste heute, da kommt nichts und niemand dran! Hilfreich ist außerdem, schon in den Einladungskarten einen Dresscode festzulegen, der den Gästen die Auswahl ihrer Garderobe erleichtert und modische Entgleisungen bereits im Vorfeld verhindert. Wenn Sie etwa dezente Farbtöne festlegen oder einen bestimmten Stil (sommerlich-festlich), sind sexy Super-Minis diplomatisch ausgeklammert.

6. Bitte nicht umdekorieren!
Während Sie mit Ihrem Hochzeitsfotografen unterwegs sind, bemerkt Tante Gisela, dass Sie bei der Tischordnung Familie und Freunde bunt gemixt haben. Sie „korrigiert“ das klammheimlich, indem sie die Tischkärtchen vertauscht.
Tipp: Trick 17 anwenden! Sie können zum Beispiel für den Empfang den Garten oder einen anderen Raum Ihrer Location nutzen als fürs Dinner. Der Festsaal bleibt einfach zu, bis Sie zurück sind. Oder stellen Sie statt einzelner Platzkärtchen eine Namens-Liste pro Tisch auf. Dann ist ein Austauschen einzelner Gäste ist nicht möglich.

7. Ist es okay, nur Erwachsene einzuladen?
Viele Ihrer Gäste sind bereits Eltern und Sie mögen den Nachwuchs Ihrer Freunde. Doch Sie wissen auch, dass Tom-Hendrik gern lauthals Lieder schmettert und dass die Eltern der kleinen Helena ihr Kind nach der Laisser-faire-Methode erziehen…
Tipp: Wenn Sie darum bitten möchten, dass die Kinder daheim bleiben, ist viel Fingerspitzengefühl gefragt! Geht es insgesamt um wenige Kinder, sprechen Sie mit den Eltern offen über Ihren Wunsch. Sind es viele, finden Sie vielleicht doch eine Alternative, um die Kleinen in Ihre Hochzeit einzubinden. Das A und O: die Kinder so beschäftigen, dass sie sich wohlfühlen und nicht langweilen.

8. Unsere Hochzeit ist neutrales Territorium!
Die Eltern Ihres Zukünftigen leben getrennt und verstehen sich nicht gut.
Tipp: Hier helfen ein offenes Wort und geschickte Planung. Plädieren Sie für Verständnis, dass Sie an Ihrem großen Tag keinen Zwist haben möchten und dass kritische Themen bitte nicht gerade während Ihrer Feier aufgewärmt werden. Um ihnen die Situation zu erleichtern, beziehen Sie sie in die Planung der Tischordnung mit ein. Achten Sie darauf, dass sich die beiden nicht gerade am selben Tisch aufhalten müssen, und dass jeder von ihnen bei anderen Gästen sitzt, die er schätzt.

9. Dürfen Singles noch jemanden mitbringen?
Ihre beste Freundin ist Single und liegt in den Ohren, dass sie sich nicht vorstellen kann, alleine als Hochzeitsgast zu erscheinen. Ob sie nicht eine Begleitung mitbringen dürfe?
Tipp: Finden Sie heraus, welche Art von Begleitung Ihre Freundin im Blick hat. Sollte sich der potentielle Kandidat als neuer Freund herausstellen, können Sie vielleicht noch ein Plätzchen an Ihrer Hochzeitstafel herzaubern. Handelt es sich einfach um einen Bekannten, der als Partner-Ersatz herhalten soll, dürfen Sie getrost ablehnen.

10. Peinlichkeiten? Nein danke!
Nach dem Hauptgang Ihres Menüs steht Onkel Bernhard auf und hält eine Rede. Die Protagonisten: Ihr Bräutigam und all seine Verflossenen… Und während der Party bittet Tante Claudia Sie zum Test „Erkenne deinen Mann an seiner Wade“.
Tipp: Ernennen Sie schon während der Hochzeitsplanung einen guten Freund zum Zeremonienmeister. Seine Aufgabe: Die Reden, Spiele und Überraschungen der Gäste zu koordinieren – und dafür zu sorgen, dass berüchtigte Scherzkekse aus Ihrem Bekanntenkreis nicht über die Stränge schlagen. Namen und Kontaktdaten des Zeremonienmeisters können Sie den übrigen Gästen in der Einladungskarte mitteilen.

11. Alle Geschenke ab auf den Tisch!
Als Sie vor der Kirche die Gratulationen Ihrer Gäste entgegennehmen, drückt Ihnen Großtante Hildegard eine Spaghetti-Zange in die Hand und auch Ihre Großmutter möchte sofort einen dicken Umschlag loswerden…
Tipp: Reichen Sie die Präsente gleich an Ihre Trauzeugin oder Brautjungfer weiter. Diese haben Sie geschickterweise gleich neben sich postiert, damit sie die Geschenke für Sie zur Location chauffiert. Die Alternative: Bitten Sie Ihre Gäste, die Präsente noch so lange zu verwahren, bis alle an der Location angekommen sind. Dort stünde zum Empfang ein Geschenketisch bereit. 
Kategorie:  Gäste,  News,  Hochzeits-Gäste Keywords: Gäste, Brautpaar, Etikette, Knigge
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